Um zwei Uhr in der Nacht werden wir wieder wach, und es ist klar, wir gehen raus und schauen auf das Polarlicht!
Es ist heute nacht nicht so stark zu sehen wie vor ein paar Tagen, aber wir sind begeistert, können es immer noch ohne Kamera ausmachen und entdecken.
Unser erstes Etappenziel am Morgen ist Borganes, ein etwas größerer Ort am Ende der Halbinsel Snæfjellnes. Hier reizt uns vor allem das Schwimmbad, etwas andere Bewegung, die uns fehlt.
Nicht das Schwimmbad, auf dem Weg zum CaféSehr voll, aber gemütlich, wir trinken Kaffee und essen eine KleinigkeitDie Kirche von Bogarness
Wir fahren weiter nach Akranes, auch ein größerer Ort, der Campingplatz liegt allerdings außerhalb und sehr ruhig.
Sehr idyllisch!Auch Bowie wird verehrtDie Kirche von Akranes
Bis zum nächsten Campingplatz in Anarstapi sind es heute nur 36 Kilometer, und vorher liegen noch ein Vulkan und eine Wanderung auf dem Weg…
Foto vom Vulkan auf den Gletscher
Die erste Wanderung beginnt an einer bekannten Felsformation, Lóndragar und führt wieder zu einem Leuchtturm in Malarif.
Hier geht es losDas ist das Ziel!
Am Lóndragar sind noch sehr viele Menschen unterwegs, auf dem Weg zum Leuchtturm wird es ruhiger. Der Weg ist ziemlich holperig, wir ärgern uns, nicht die Wanderstöcke mitgenommen zu haben.
Der Leuchtturm von unten…
Wir sind wieder sehr früh auf dem nächsten Zeltplatz, die Wiese ist sehr matschig, aber wir finden ein schönes Plätzchen. Noch sind wir ganz allein und haben zwei sehr moderne, schicke Sanitärhäuser nur für uns.
Nach einer kurzen Mittagspause geht es auf die zweite Wanderung, diesmal werden wir am Anfang, in der Nähe eines Reisebusparkplatzes, von sehr vielen anderen begleitet, Gerd ist zeitweise genervt!
Die anderen Besucher habe ich natürlich nicht fotografiert…
Wir beginnen am Hafen von Arnarstapi und gehen entgegen der vorgeschlagenen Richtung. Nach dem ersten Felsentor wird es etwas ruhiger.
Immer wieder Blicke auf den Svæfellnesjökull, von allen Seiten!
Als wir zurück kommen, füllt sich auch dieser Zeltplatz wieder, da gibt es wohl keine Ausnahme. Aber es sind nur ca. ein Dutzend andere Camper, weit verteilt.
Kurz vor Mittag klart es auf, wir fahren mit dem Fahrrad an die Westküste und wollen dort eine Wanderung zwischen zwei Leuchttürmen machen.
Der letzte Parkplatz am schwarzen Strand
Auf dem Hinweg werden wir vom Wind getrieben, selbst die Schotterstraße macht nichts. Wir fahren bis an die Küste und lassen die Räder stehen, wandern dann zunächst zum nördlich liegenden Turm.
Die Landschaft ist durch Lava geprägt, so könnte die Erde vor vielen Millionen Jahren ausgesehen haben!
Wir erreichen den Leuchtturm, die Ausblicke in alle Richtungen sind grandios!
Nach einer kurzen Pause wandern wir zum zweiten Leuchtturm, hier ist es etwas voller und als wir aufbrechen wollen, fängt es an zu regnen.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz werden wir ziemlich nass, aber wir sind noch voller Eindrücke, auch wenn sich der Snæfellsjökull noch hinter Wolken versteckt.
Nach einer sehr windigen Nacht werden wir wieder früh wach, kommen auch schon um 8:30 los. Zunächst über gut ausgebaute Straßen, wir wollen dann aber der Küstenstraße folgen, und wir werden ordentlich durchgerüttelt und das Auto sehr verdreckt!
Und das über knapp 70 Kilometer
Über Mittag sind wir in Stykkiholmur, ein schöner Ort mit einem schönen Café, wo wir uns von den Strapazen erholen können.
Die sehr moderne Kirche von Stykkeholmur
Die restlichen gut 70 Kilometer sind wieder gut zu fahren, wir kommen an Kirkjufell vorbei.
Eins der berühmten Fotomotive Islands
Wir erreichen Hellissandur, unser heutiges Ziel, schon ziemlich früh. Hier ist auch das Nationalpark-Center, wo wir die ersten Informationen für die nächsten Tage einholen können.
Der Ort Hellissandur erweist sich als Open-Air Museum, Street Art überall!
Am frühen Morgen gehen wir noch einmal ins warme Becken, wir sind noch die einzigen.
Während wir frühstücken zieht es sich zu, es wird sehr nebelig.
Der Nebel hält sich die ersten fünfzig Kilometer, erst in Blönduos klart es sich auf. Wir finden kein Café, deshalb geht es direkt weiter bis Hvammstangi, wo wir ein sehr schönes, kleines Café finden und lecker Kuchen essen.
Seehundcenter Island
Da für heute noch der große Regen angesagt ist, fahren wir zum Campingplatz oberhalb des Ortes, wo wir uns einen windgeschützten Platz suchen.
Aussichten vom Campingplatz aus
In Sauðárkrókur konnten wir noch Fisch kaufen, von daher steht einem leckeren Abendessen nichts mehr im Wege.
Gondula wird nachts wach, geht aufs Klo, und kommt wieder rein, ruft mich raus…. Es gibt wieder Nordlicht zu sehen, wieder am. 10. September wie vor drei Jahren in Norwegen!
Gerd ist noch verschlafen, das Stativ ist nicht parat.. es gibt kaum ein vernünftiges Foto, dieses ist das Beste.
Am nächsten Morgen sind wir immer noch tief beeindruckt, es war völlig unerwartet, das Stativ ist jetzt griffbereit verstaut.
Unser nächstes Ziel ist der Godafoss. Im Jahr 1000 hatte der Gode Þorgeir als Gesetzessprecher auf der Þingsitzung für die Annahme des Christentums als offizielle Religion gesorgt. Erleichtert hatte Þorgeir nach der erfolgreichen Þingsitzung seine Götterbilder im nächstbesten Wasserfall versenkt, der seitdem Goðafoss, also Götterwasserfall, heißt.
Der Götterwasserfall
Von hier aus ist es nicht mehr weit bis Akureyi, wo wir eine lange Mittagspause mit Stadtbesichtigung verbringen.
Unten das Kulturzentrum mit einem leckeren Kaffee
Am Nachmittag fahren wir bis Siglufjördur, wo wir am Hafen auf einem Campingplatz übernachten. Er liegt zwar an der Straße, es scheint jedoch nicht so voll zu werden.
Heute haben wir ein großes Programm vor, mit dem Fahrrad! Deshalb bleiben wir noch eine Nacht auf diesem Campingplatz. Östlich des Myvatn befindet sich ein geothermisch sehr aktives Gebiet, da gibt es viel zu sehen, und zu riechen – Schwefel!
Wir besuchen eine Höhle in Grjótagjaá, das brodelnde Hverir, den Vulkan Hafra und zur Belohnung Schwimmen im Jarðböðin Mývatn Nature Baths. Wir lassen es gemütlich angehen, das Wetter soll ab dem Mittag besser werden.
Auf dem Weg nach Hverir kommen wir an Grjótagjaá vorbei, eine Höhle, in der ein See verborgen ist.
Oberhalb der Höhle zeugt eine große Erdspalte von den Erdbebenaktivitäten, die es hier häufig gibt.
Wir müssen dann den ersten Hügel erklimmen, um nach Hverir zu kommen, und wir sind nicht die Einzigen, die es dorthin zieht…
Es liegt Schwefel in der Luft, aber nicht so unerträglich, wie wir es uns vorgestellt haben!
Nach einer Mittagspause folgt dann der große Anstieg auf den Vulkan Hafra. Wir kommen an einem großen Geothermal-Kraftwerk vorbei, die nutzen es, dass dicht unter der Erdoberfläche große Hitze herrscht. Trotz der Anstrengung – zurück müssen wir sogar bergab gegen den eisigen Wind kämpfen – lohnt sich dieser Ausflug!
Auch hier brodelt es wieder überall!
Und nach all der Mühe steht noch die Belohnung aus: Wir besuchen das Jarðböðin Mývatn Nature Bath, eine große schwefelig-warme Anlage, es ist ziemlich viel los, aber das wollen wir uns doch nicht entgehen lassen!
Das Bier gibts direkt am Wasser!Das Wasser ist zwischen 38 uns 41 Grad warm
Wir genießen und entspannen uns, bevor wir uns wieder auf den Rückweg zum Campingplatz machen, und zu allem Überfluss essen wir abends noch eine Pizza (sehr lecker, Pizzeria direkt auf dem Zeltplatz!)
Als wir vom Campingplatz losfahren, regnet es noch. Wir haben die Waltour gestern schon reserviert, das Boot wird auch ziemlich voll.
Blick vom Boot auf die Kirche
An Bord hört es auf zu regnen, wir erhalten einen Overall und einen Regenschutz, es ist ziemlich frisch.
Bereit zur Sichtung?
Die Wellen sind ziemlich heftig, aber wir halten gut durch.
Das Boot fährt ziemlich weit aus der Bucht von Husavik heraus, bis ein Buckelwal auftaucht. Diesen können wir eine Stunde lang immer wieder beobachten.
Erst einmal der BlasEr taucht aufUnd verschwindet wieder
Zum Ende der Tour taucht er noch mal unmittelbar neben dem Boot auf, ist sehr schön zu sehen, aber Gerd hat die Kamera schon weggepackt.
Ein anderes Schiff, dass uns begleitetBei der Einfahrt in den Hafen scheint die Sonne, aber es ist sehr windig geworden.
Nach einer kurzen Pause fahren wir weiter zum Myvatn, der Mückensee…. Hier werden wir ein paar Tage verbringen und Fahrrad fahren.
Am Nachmittag starten wir dann mit dem Fahrrad, das Ziel ist Dimmuborgir, eine Gegend, in der Games of Thrones gedreht wurde. Es liegt nur gute fünf Kilometer entfernt von unserem Camping, auf dem Weg werden wir aber noch mal nass.
Wir spazieren eine Runde durch diesen wunderbaren Park, sehr gut ausgebaut, gut beschildert, wir fühlen uns wie in Finnland. Lavafelsen, die wie erstarrt da stehen, unwirklich und immer die Fantasie anregend.